Interview mit Yaël Abecassis

Wie sehen Sie die Person, die Sie im Film darstellen?

Yaël, die Adoptivmutter, liebt Schlomo aufrichtig, weil sie frei von Vorurteilen ist. Zu Anfang hat sie sicher Angst, dass er innerhalb der Familie nicht akzeptiert wird und dass sie ihm nicht die Erziehung geben kann, die er verdient. Doch dann stösst sie ihre Befürchtungen zur Seite und gibt ihrer Liebe Raum. Das erinnert mich an die Thora: Der Pharao befahl, alle männlichen Neugeborenen von Juden zu töten, doch die Tochter des Pharao rettete eines dieser Kinder und nannte es Moses. Das ist sehr berührend - es ist, als ob Radu, ohne es zu merken, die Geschichte von Moses neu erfunden hat. Schlomo kann dank der Liebe seiner drei Mütter zu einer starken Persönlichkeit heranwachsen.

War Ihnen die Situation der äthiopischen Juden bekannt?

Man kann ihre Situation in Israel nicht übersehen. Die Bilder, die zu Anfang des Films gezeigt werden, sind durchaus authentisch, und ich erinnere mich, selber solche Bilder gesehen zu haben, als ich jung war. Die Falashas führen einen regelrechten Kampf ums Überleben und ihr Leiden ist furchtbar. Sie haben grosse Schwierigkeiten gehabt sich zu integrieren, die weissen Israelis haben es ihnen nicht leicht gemacht, auch wenn sich ihre Situation seit ihrer Ankunft in Israel vor 20 Jahren ein wenig verbessert hat.

Filmographie Yaël Abecassis

2005 PAPA, Regie: Maurice Barthélémy
2005 GEH UND LEBE, Regie: Radu Mihaileanu
2003 BALLI A TRE PASSI, Regie: Salvatore Mereu
2003 ALILA, Regie: Amos Gitaï
2002 KEDMA, Regie: Amos Gitaï
2003 MISS ENTEBBE, Regie: Omri Lévy
2001 BELLA CIAO, Regie: Stéphane Guisti
1999 KADOSH, Regie: Amos Gitaï
1993 THE INHERITANCE, Regie: Amnon Rubinstein
1992 TEL AVIV STORIES, Regie: Ayelet Menahemi